Papierfalten, Papiroflexia, ...

Origami ist ein japanisches Wort, das im Deutschen mit Papierfalten zu übersetzen ist. Aber wie ist das eigentlich, ist Papierfalten eine rein japanische Geschichte?

Nein, das ist es nicht! Ursprünglich kommt das Papierfalten aus Japan, das ist richtig, aber im Laufe der Geschichte haben sich weitere Traditionen, Richtungen und Strömungen entwickelt. Diese hier alle zu nennen wäre jetzt zu viel.

Aber wichtig ist es, zu wissen, dass es in Deutschland bereits im 18. Jahrhundert eine eigene deutsche Tradition des Papierfaltens gab. Es wurden z.B. Papierschuhe für Tote gefaltet. Außerdem wurden seit dem 18. Jahrhundert die Patenbriefe auf eine ganz bestimmte Art gefaltet. Seit dem 19. Jahrhundert diente das Falten von Papier auch der Kinderbeschäftigung, der Gründer des Kindergartens Friedrich Fröbel (1782-1852) ist hier zu nennen. Eine typische deutsche Entwicklung ist das Falten auch von nicht-quadratischem Papier, wie z.B. Schiff und Hut. Auch Apotheker falteten schon sehr früh, nämlich die Apothekerdose, später in der Regel aus Postkarten. Außerdem darf man nicht vergessen, dass auch andere Dinge des täglichen Bedarfs gefaltet wurden, wie z.B. Servietten, Windeln. Ja - Windeln wurden auf eine bestimmte Art gefaltet und dann dem Kinde um die Leisten gebunden!

Aber auch in Spanien gibt es eine eigene Papierfalttradition. So spricht man in Spanien auch kaum von Origami, sondern benennt Papierfalten mit dem dafür eigenen spanischen Wort Papiroflexia. Man kann heute davon ausgehen, dass die Windmühlenform, die Grundform für den Pajarita ihren Ursprung in Spanien hat und eben nicht in Japan! Dies bedeutet, dass eine der 5 bedeutensten Grundformen des reinen Papierfaltens eben nicht aus Japan stammt.




Origami World